Altenhilfeverein Konstanz fördert Mal- und Musiktherapie in Pflegeeinrichtungen der Spitalstiftung mit 12.500 Euro

Donnerstagvormittag im Haus Salzberg: Während im Gemeinschaftsraum das E-Piano bereitsteht, beginnt für Bewohnerinnen und Bewohner die wöchentliche Musiktherapie. Dass diese Stunden weiter stattfinden können, liegt auch an einer erneuten Spende des Altenhilfevereins Konstanz: 12.500 Euro fließen in Musik- und Maltherapie der Spitalstiftung.

Mal- und Musiktherapie zählen zu jenen Leistungen, die Pflegekassen nicht übernehmen. Ohne Spenden gäbe es diese Stunden nicht, ein Angebot kostet pro Haus und Jahr rund 2.500 Euro. Gefördert werden derzeit die Musiktherapie in den Häusern Salzberg, Talgarten und Weiherhof sowie die Maltherapie im Haus Urisberg.

Luise Mitsch, Vorsitzende des Altenhilfevereins, beschreibt den Kern der Förderung schlicht: Ältere Menschen sollten nicht auf das reduziert werden, was sie nicht mehr können. Die Angebote sollten zeigen, was noch in ihnen stecke. Musik und Malen schafften Ausdruck, wo Worte fehlten. Bilder, Melodien und alte Lieder öffneten Zugänge zu Gefühlen, Erinnerungen und Fähigkeiten, die im Alltag oft verschüttet seien.

„Eine gemeinsame Sprache“

Anne Gibson, Einrichtungsleiterin im Haus Salzberg, schildert die Musiktherapie als festen Wochenbestandteil. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuten sich darauf. Musik wirke als gemeinsame Sprache, die alle in einen Rhythmus bringe: singend, hörend, mit kleinen Instrumenten oder einfach durch Anwesenheit. Nach der Stunde, so der Eindruck der Pflegeteams, kehrten viele ruhiger und zufriedener auf die Wohnbereiche zurück.

Gerade bei Menschen mit Demenz bleiben bekannte Lieder erstaunlich präsent. Mitsch berichtet, dass viele Bewohnerinnen und Bewohner alte Volkslieder noch mit mehreren Strophen auswendig singen können. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen weist darauf hin, dass Musik bei Menschen mit Demenz Emotionen und Erinnerungen aktivieren kann.

Die Maltherapie im Haus Urisberg

Die Maltherapie im Haus Urisberg ist das älteste der geförderten Angebote. Mitmachen kann jede und jeder, auch ohne künstlerische Vorerfahrung. Es geht nicht um das gelungene Bild, sondern um den AusdruckMitmachen kann jede und jeder, auch ohne künstlerische Vorerfahrung. Es geht nicht um das gelungene Bild, sondern um den Ausdruck.

Die Malstunden erhalten motorische Fähigkeiten, geben Gefühlen Raum und können, das beobachten die Pflegeteams immer wieder, Menschen mit demenziellen Erkrankungen spürbar beruhigen. Aus den Bildern, die im Haus Urisberg entstehen, sind im Lauf der Jahre auch öffentliche Werke geworden: Motive zierten Weinetiketten in Kooperation mit der Spitalkellerei, und zum 800-jährigen Stiftungsjubiläum waren Arbeiten aus den Einrichtungen in der Konstanzer Rathausgalerie unter dem Titel „Die Frau auf dem Fisch“ zu sehen.

Rebecca Koellner, im Fundraising der Spitalstiftung tätig, sieht darin einen doppelten Effekt: Die Maltherapie stiftet kreative Momente im Heimalltag und sie erzeugt zugleich öffentliche Bilder von Alter und Pflege, die dem gängigen Klischee widersprechen.

Eine lange Reihe

Der Altenhilfeverein unterstützt die Spitalstiftung seit Jahren. Nach Angaben des Vereins flossen insgesamt mehr als eine Million Euro in Projekte der Stiftung, darunter 45.000 Euro für ein zirkadianes Lichtsystem, das den natürlichen Tagesrhythmus mit wechselndem Licht unterstützt, im Haus Weiherhof und 250.000 Euro für einen Außenaufzug für die Pflege-WG an der Talgartenstraße.

Nach Angaben der Spitalstiftung können mit der Spende die Angebote in vier Einrichtungen für ein weiteres Jahr fortgeführt werden. Aus Bewohnerinnen werden für eine Stunde Sängerinnen und Malende, aus einer Pflegeeinrichtung wird ein Klangraum oder Atelier. Für eine Stunde stehen nicht Pflegeabläufe im Mittelpunkt, sondern Stimmen, Farben und Erinnerungen.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung